17.12.2011
Der König ist tot! Lang lebe der König!? ...
... was wäre das schön, wenn dass in dieser Bananenrepublik Deutschland so einfach wäre. – Stopp - Natürlich tue ich damit den meisten Bananenrepubliken unrecht, da ich mir doch sehr, sehr sicher bin, da funktioniert der Staat bedeutend besser. Wenn auch mit weniger Mitteln, aber bestimmt effektiver eingesetzt. Zum anderen, wie das Wort Republik schon sagt, haben wir ja keinen König. Zum Glück!! Nach Jahrzehnten ohne adelige Führungsansprüche oder gar Führungshoffnung seitens des einfachen Volkes, hat uns der Lügenbaron zu Guttenzwerg (Sorry Münchhausen! Deine Storys waren echt amüsanter und nur geflunkert, nicht geklaut), ja die fiese Fratze des Adels wieder mal gezeigt. Na ja vor 100 Jahren hätte so kleiner Fauxpas, wie aus Versehen fremde Texte als eigene darzustellen, dazu geführt, dass sich der Fehlgeleitete kurz mit dem Familienrevolver unterhalten hätte um die so genannte Familienehre zu erhalten! Ja ja, das waren noch Zeiten, aber lassen wir das. Zum Adel komme ich später noch mal und den Gutti hatte ich ja bereits abgefrühstückt. Zumal sein erstes Comeback der Megaflop war. Ich warte bis er wieder da is. Macht ja auch mehr Spaß.
So, wo waren wir? – Ah ja, König! Den haben wir ja nicht. Nee, wir haben einen Präsidenten. Und was für einen. Da werden ja selbst die Tommys mit Ihrer Queen verblassen im Glanze dieser Persönlichkeit und der Ausstrahlung des Amtes „Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland“ !!! –
Stopp, stopp – ähh, schön wär’s, ist aber nun mal leider nicht ganz so. Eher wäre ich froh, wir hätten nicht Wulff sondern Silvio Berlusconi. Der versucht ja nicht mal ein entsprechend ernsthaften und respektvollen Eindruck zu erwecken. Aber mal ganz langsam. Wie war das noch? Also früher, so als die Alliierten diesen süßen Fratz BRD aus der Taufe hoben und uns Deutschen (zumindest denen im Westen) langsam das Laufen im Laufställchen wieder lernten ... – ach, was waren das für Zeiten, ja was waren da noch für Persönlichkeiten Bundespräsident!!! Theodor Heuss, liberaler Politiker der Weimarer Republik, Wissenschaftler und Journalist. Mit 65 Jahren Präsi.
Lübke, auch 65 Jahre alt, zuvor Bundesminister! (Na ja, war o.k. aber mehr auch nicht.) Gustav Heinemann!? Bundesminister für Justiz und dann mit 70 ... der Bürgerpräsident, einer zum Anfassen, für die Regierungen eher unbequem! Walter Scheel, ein Jungspund mit 55 Präsi. Zuvor Außenminister und Vizekanzler. Eigentlich ein realistischer Mann ohne Fehl und ... na ja, die NSDAP, aber wer wäre damals nicht eventuell auch ... aber das gleiche haben wir ja nach 1990 noch einmal gemacht. So SED usw. - ja wir Deutschen haben es drauf, Fehler kontrolliert zu wiederholen. – Na ja wie dem auch sei. Scheel? War es nicht der Spiegel der während der Präsidentschaft auf das Staatoberhaupt einschlug??? – Gehen wir weiter. Karl Carstens, der fünfte und Back to Basics, 65 Jahre alt und ehemaliger Bundestagpräsident. Ein Wanderer vor dem Volke, ich denk da gibt es nichts zu Meckern. Richard von Weizsäcker, der Präsident zu Zeiten der Einheit, eine Lichtgestalt, da er wie kein anderer gemäß der Maxime der Überparteilichkeit agierte und teilweise scharfe Kritik am Parteienstaat übte. Es gab keinen Gegenkandidaten bei seiner Wiederwahl. Zum ersten Mal in der Geschichte! Leider ist nach zwei Amtszeiten Schluss und daher kommt der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Roman Herzog, ins Amt. Wow – auch er kann's, ich sag nur „durch Deutschland muss ein Ruck gehen!“ – dann, Bruder Johannes Rau mit 68. Ein Versöhner und kein Spalter. Und doch war es schon wieder der Spiegel der einen amtierenden Präsidenten angriff. – Gehen wir weiter, Horst Köhler. Direktor des Internationalen Währungsfonds, wird mit 61 Präsi und tappt zunächst von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen. Von Überparteilichkeit kann zunächst keine Rede sein. Aber er macht sich und er macht sich richtig gut. Es sagt auch unbequemes und greift Tabuthemen auf. Zu meiner Verwunderung ist es nicht der Spiegel, der einen Präsidenten angreift, nein es ist ein Popelseinfacher Politiker mit Namen TrittI(h)n (würd' ich ja gern) der vom Staatoberhaupt eine Erklärung und Entschuldigung einfordert?!? Uups, hab ich da mal nicht aufgepasst. Seit wann fordert der Knecht vom Meister eine Rechtfertigung des Handels. Na ja, is' halt nur ein doofer Grüner, wohl zuviel Gras geraucht?!?
Wie dem auch sei, jetzt kommt der Hammer, da schickt uns doch die Kohlkönigin Merkel Ihren Jungschnöseligen Konkurrenten Christian Wulff mit gerade einmal 51 Lenzen ins Schloss Bellevue. Booh, einen Ministerpräsidenten der noch Karriere in der Waschmaschine machen will, wird jetzt Präsi. - Und was für einer, ein Politiker wie eigentlich alle. Verlogen, und egoistisch. Diesmal ist es die Bild, die den Privatkredit von Herr und / oder Frau Geerkens enthüllt. Aber es ist Wulff, der anscheinend mal wieder nicht mit der ganzen Wahrheit rausrückt und statt dessen, á la Politiker, mit Spitzfindigkeiten sich immer tiefer in die Scheiße zieht. Blöd ist dabei nur, dass das Amt damit gleichermaßen leidet.
Vom Prinzip, der erste Mann des Staates ist eine herausgehobene Person, ist also nichts mehr übrig, was unsere Berufsidioten, ähh Politiker, 'tschuldigung, nicht vermasseln und unsere Spitzenlügner, ähh, Journalisten, tut mir leid, nicht versauen, macht der Wulff von ganz allein. Aber was will man von einem Berufsidioten, ähh, Politiker schon erwarten? Eigentlich gibt es nur zwei Handlungsoptionen. Entweder wir ändern das Grundgesetz, ein Verfassung haben wir ja nun mal leider nicht, und geben so dem Präsi mehr Macht und führen gleichzeitig den Straftatbestand der Majestätsbeleidigung wieder ein; oder aber wir schaffen die Republik doch ganz ab und lassen uns wieder vom Adel regieren. – Mir persönlich fällt sofort wieder ein Kaiser ein. Kaiser Franz Beckenbauer. Der steht wenigstens zu seinen Fehlern und zu seinem Wort. Von daher: „Le roi est mort, vive le roi!“
03.02.2011
Zusammenhänge ?!
Wir alle kennen das! Du gammelst so zu Hause rum, einfach etwas abhängen! In Neudeutsch würde man jetzt sagen „chillen“. Von mir aus – obwohl ich eher für grillen wär’, aber dass ist jetzt nicht das Thema. Also wo waren wir? – Ach ja, chillen! –Äähh, abhängen, so war es.
Ich häng so auf dem Sofa à la „Al Bundy“, und lass die Welt die Welt sein. Plötzlich haut mir da so ein Gedankenblitz ins Hirn und ich sach: „Au ha“! – Da war es! Die große Erkenntnis. Mir ist aus heiterem Himmel etwas bewusst geworden was mich ehrlicherweise vorher nur peripher tangiert hat. Ich verstand urplötzlich Dinge, die für sich allein viel zu komplex sind, um von einem einzigen wahnsinnigen menschlichem Hirn erfasst oder gar begriffen zu werden. Aber jetzt, in diesem Augenblick hatte ich die Dinge in Zusammenhang gebracht und siehe da, es ward Licht. Es war so klar, so logisch, ich hätte mich hinsetzen müssen! – Aber mein Abhängen war bequemer.
Was hatten meine Synapsen erdacht? Nun, wir alle kennen die regelmäßig wiederkehrenden Nachrichten über unsere schlechten Schüler und logischerweise das schlechte deutsche Abschneiden bei den PISA-Studien. Mir war bewusst geworden warum! Es sind nicht die übervollen Klassenzimmer, nicht der akute Mangel an qualifizierten Lehrern, Migrationsprobleme oder schlechte Ausstattung der Schulen, alles Kokolores! Diese Faktoren sind eher nebensächlich. Schauen wir uns unsere Kinder mal an. Nach der Geburt, umsorgt bei Mama und / oder Papa, Elternzeit und / oder Harz 4 sei Dank, dann irgendwann behütet in den Kindergarten, ist ganz einfach, und dann mit sechs ab in die Grundschule! Jetzt geht der Ärger los.
Sie werden auffällig, irgendwann gewalttätig, lustlos und völlig werteabstinent! Wie konnte das passieren? Ganz einfach! Sie haben gelernt, sie haben verstanden und begriffen, und verfielen in eine Art Schockzustand. Hääh, was textet der da, werden sich vielleicht einige fragen, und auch ich war von dieser Erkenntnis fasziniert. Die Kinder lernen in der Schule mit Zahlen umzugehen, zu rechnen, kurzum Mathematik. Das ist der „Casus knacktus“. Sie begreifen, dass das Leben ein Arschloch ist, bzw. sie f…t. Es wird den Schülern klar, dass sie in Deutschland zwar noch keinen einzigen Cent verdient haben, aber schon den Arsch voll Schulden haben. Allein beim Staat hat jeder Bürger rund 21.000 €. - Stolzes Sümmchen - hätte ich schon ganz gerne! – Oder nehmen wir die urdeutsche Bank mit diesem urdeutschen Namen „Hypo Real Estate“! 123 Mrd $ Miese, dass bedeutet bei 82 Mio. Deutschen etwa 1.500 € pro Nase.
Mir wird beim Schreiben schon schlecht, und das ist ja nicht alles! Nee, die kleinen finanziellen Unpässlichkeiten innerhalb der EU, z.B. Griechenland – her damit. Wie sagte der „Kohlkönig“ immer so schön: „Peanuts“. Wenn ich könnte würde ich meinen Anteil am Schuldenberg auch in Peanuts zahlen, dass wäre erheblich günstiger, aber nein – da müssens dann doch Euronen sein. Aber zurück zu den Kindern, sie begreifen auch jetzt Worte wie:„Schlaglochpatenschaft“. Noch keinen Meter selbst Auto gefahren, aber „Schlaglochpatenschaft“! Bisher hatten die Kids vielleicht darin gespielt. Oder im Sommer drin gebadet! Und jetzt: „Schlaglochpatenschaft“!
Ich könnte das noch weiter ausdehnen, aber auch mir sprengt es langsam den Kopf, und bin schon froh, dass ich schon einen aktiven Beitrag zur Entschuldung beitragen kann: ich geh jetzt zum Supermarkt und zahl mal etwas Alkoholsteuer, dass macht gleichgültig und freut den Schäuble. In diesem Sinne: Prost!!!
27.01.2011
Boykottierer auf Empfang!
Heute morgen musste ich dann jedoch feststellen, dass ich meinen Medienboykott gar nicht aufrecht erhalten kann. Wie denn auch? Man wird doch zugebombt mit Datenmüll aus allen Richtungen. Hier liegt ne Zeitung, da quatscht Dich der Kollege an: „Ey, hast’de gehört?“ Oder ganz fies, das Autoradio.
Ja, bist unterwegs da draußen, irgendwo im Outback, wirst durchgerüttelt und geschüttelt und hoffst einfach wieder lebend dieser Kraterlandschaft entkommen zu können, da brüllt Dich Dein Radio schon an: „Auf der A8 Richtung Stuttgart zwischen Sulzemoos und Adelzhausen 5 km zähfließender Verkehr.” Verdammt, alle Gefühle von Abenteuer und Freiheit dahin, ich bin doch nur auf einer typischen deutschen Autobahn, die mittlerweile soviel Schlaglöcher hat, dass jeder Schweizer Käse vor Neid erblassen würde.
Ich bin nur froh, dass es derzeit Winter ist. Im Sommer müsste ich an jedem zweiten anhalten, aussteigen und schauen ob vielleicht ein paar Kinder darin spielen. Obwohl so gut wie der Winterdienst läuft, kann ich mir durchaus vorstellen, dass ein paar Kinder im Schlagloch Schlitten fahren. Wie dem auch sei, dass Autoradio! Nur mal schnell einschalten, die Staumeldung hören und paff, schon muss bei irgendeinem Redakteur so 'ne Art Warnlampe aufleuchten, wahrscheinlich noch eine kleine Sirene dazu, und natürlich die Stimme aus dem Off: „Warnung! Boykottierer auf Empfang! Warnung!“ - Da, schon geht es los, Hektik im Studio, der Toningenieur haut auf den roten Buzzer um das Mikrofon einzuschalten und die 1,2 Megawatt von Biblis Block A direkt in Sendeleistung umzusetzen, der Moderator spuckt den Schluck Kaffee auf den Boden, rafft seine Texte und brüllt in den Äther!
Zuerst freue ich mich ja noch, das diese Mikrowelle meine vereisten Scheiben auftauen, doch dann dröhnt irgendeine gequirlte „Mickey-Mouse-Scheisse“ ans Ohr und ich muss mich Streikbrecher nennen. Verflucht schon wieder reingefallen. Vor allem, was für ein Mumpitz. Am geilsten finde ich ja dann noch die Worte und Taten unserer größten Hollywood und Oscar Hoffnung: Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg!
Ok, wahrscheinlich ist auch das der Grund, warum unser bester Schauspieler nach Armin Mueller-Stahl noch nicht nominiert wurde. Man stelle sich vor wie Kate Winslet dasteht und sagt: „And the winner is: Karl Theodor Maria Nikol...Nickol...Nickelodeon....!” Ok, kann sich schnell ändern, Preisträgerin 2010 war mit Sandra Bullock eine der deutschen Sprache mächtigen Frau. Aber es ist doch interessant wie sich unser Verteidigungs-Gutti so in der Welt gibt.
Bei den Amis ist mit Ronald Reagan ein Hollywood-Star Präsi geworden. Arni Schwarzenegger war Ösi und hat's zum Gouverneur von Kalifornien gebracht, da kann es doch mal sein, dass ein erfolgreicher Unternehmensverwalter des eigenen Besitzes über die Politik mal in die Schauspielerei wechselt?! Und von Oberfranken nach Österreich ist es bedeutend kürzer als von der Steiermark in die USA!
Trotzdem wär's schade! Ich hab mich gerade so an ihn gewöhnt. Keine Aussagen zu wichtigen Ressortthemen, immer erst mal prüfen, Leute rausschmeißen, vorn Untersuchungsausschuss zur Rechtfertigung, schnell noch 'ne Talkshow im Kriegsgebiet ... – Ja, da bin ich ehrlich, das ist total neu. Wenn ich nur denke, Jay Leno befragt im April 2004 George Walker und Laura Bush in Falludscha! Das wäre doch mal 'ne spannende Sache geworden.
Aber wir wollen nicht so streng sein, war doch ein voller Erfolg. Der Gutti ist immerhin einer der beliebtesten Politiker im Lande. Wie kann eine „böse“ Opposition diesen charmanten Gentleman nur kritisieren, einen Talkmaster in ein Kriegsgebiet zu bringen um 'ne Talkshow für'n Privatsender aufzuzeichnen. War doch voll professionell. Bei einer Livesendung wäre eine Zensur ja nicht möglich gewesen. Außerdem brannten an der Heimatfront ja noch viel wichtigere Themen unter den Nägeln. Der furchtbare Unfall beim ZDF in „Wetten dass..?“, und der wirklich ehren- und lobenswerte Abbruch der Sendung durch Thomas Gottschalk. Da stellte sich auch mir sofort die Frage nach Einschaltquoten und Nervenkitzel.
Ja liebe „Volksverdummer“ im Bundestag, fetter Respekt, da muss gerügt und kritisiert werden. Lassen wir das. Unsere Parlamentarier bieten soviel Stoff, dem widme ich ein eigenes Kapitel!!! Mal etwas ganz anderes.
24.01.2011
Du hast es so gewollt ...
Kennen wir nicht alle RTL? Ok, erst mal ganz allgemein und klarstellend: Nur weil ich jetzt auf diesen Kölner Ableger einer Luxemburgischen Sendeanstalt einkloppe, bedeutet das nicht, dass das Programm anderer in Deutschland ausgestrahlten Privatsender a la PRO7, Sat1, Vox und Co. auch nur annähernd besser sei. Von den öffentlich rechtlichen mal gar nicht zu sprechen. Gebühren für einen „Lötzinn“ wie „Verbotene Liebe“ oder ... – lassen wir das!
Also zurück zum Thema. Ich gehöre ja einer Menschengruppe an, die da „Outsider“ genannt wird, da mein TV-Konsum mittlerweile gegen Null tendiert. Ich lege sogar großen Wert darauf wirklich „Outsider“ und nicht, wie vielleicht der ein oder andere denken mag, „Außenseiter“ genannt zu werden. Zum einen klingen Anglizismen besser, und zum anderen sind diese auch nicht so abwertend. Der „Außenseiter“ steht schließlich allgemein bekannt am Ende der Nahrungskette. Er ist nicht nur der „Loser“, nein er ist der Verlierer schlechthin.
Als „Outsider“ bin ich dagegen wieder total „trendy“! Es ist ein so tolles Gefühl Vorbild - äh - „Trendsetter“ zu sein! In meinem speziellen Fall dadurch, dass ich die ein oder auch andere Schandtat von RTL nicht mitverfolge, ja ich diese gar verweigere. Eine Art antiintellektueller Hungerstreik. Ich verweigere mich der Verblödung. Das funzt bei dem Kölner Sender immer gut. Ja, ich gestehe, ich habe noch nicht eine Folge „Dschungelcamp“ verfolgt. Oh mann, dass ist bisweilen ganz schön hart. Ich kann an keinem „Smalltalk“ mehr teilnehmen. Immer wieder nur Sara oder Sarah oder, ach, was weiß ich wie.
„Sorry“, nie gehört und trotzdem glücklich! Gut, bis auf das Plaudern in der Firma. Echt doof so als Außenseiter. Diese verständnislosen Blicke: „Wie, Du kennst nicht Sarah?“ – Nö, müsste ich. Werd' ich jetzt nicht mehr Kanzler, Kaiser oder Königin? Wie konnte ich es nur Schaffen, die Schallmauer von über Dreißig Lenzen zu durchbrechen, ohne Sarah, wie auch immer, zu kennen! Ist doch schlimm genug das ich diesen Schwabbelpanther Dirk Bach zuordnen kann, und auch schon einmal im Fernsehen gesehen hab. Kann ja sein, dass diese Kurzhalsgiraffe für meine Verweigerung des Medienkonsums mitverantwortlich ist. Oder doch eher Sonja Zietlow, die Ihre Verkehrspilotenlizenz nicht beruflich nutzt, und stattdessen mit der „schwulen Kugel“ dem verehrten Zuschauer das Teilhaben von Sarahs Prüfungsverweigerungen oder Madenessen oder Kakerlakenbaden „schmackhaft“ machen will???
'tschuldigen 'se, ich bleib „Outsider", da ist mir meine Restlebenszeit echt zu schade für!!!
20.01.2011
Neugier macht dumm!
Da, - da höre ich es wieder. Der gut gemeinte Rat „Bleiben Sie neugierig“ – Nun ja, klingt erst mal schön und ist in den meisten Fällen auch wirklich nicht schlecht gemeint. – Aber sind wir doch mal ehrlich, gerade zu uns selbst. Hat sich unsere „Neugier“ nicht mittlerweile in ein Konsumgut gewandelt mit dem jährlich zig Milliarden Euros, Dollars und sonstige Penunzen umgesetzt und „verdient“ werden. – Hmm, eine steife Behauptung, die es zu unterlegen aber auch zu hinterfragen gilt.
Zunächst richtet sich der Blickpunkt auf den „gemeinen“ (nicht nur allgemein, sondern auch so wie es da steht: gemein, fies) Journalismus. Wird hier eine vermeintliche Neuigkeit, die am besten sofort zur „News“ befördert wird nicht eigentlich erfunden? Ist es wirklich eine Neuigkeit, wenn ich lese, höre oder gar im TV sehe das beispielsweise irgendwo auf dieser Welt ein Gebäude explodiert ist. Ok, nicht irgendwo auf der Welt, sondern regional so ungefähr in dem Bundesland in dem ich mich gerade aufhalte, weil ich dort beispielsweise wohne. – Toll, ein Haus ist explodiert, ein Vermisster, ein Toter, sehr tragisch. Aber was kann ich ändern, was kann ich tun? Wenn der Ort des Unglücks nicht nur im gleichen Bundesland, sondern durch welche Zufälle auch immer im gleichen Ort, Stadtteil, ja gar in der Straße in der auch ich wohne liegt – ja dann, dann könnte ich schon persönlich helfen und wenn’s nur eine Thermoskanne Kaffee für die Rettungskräfte ist. Blöd ist, der Ort dieses Geschehens ist ungefähr 20 km weit weg und ich kenne nicht einmal einen einzigen Menschen den ich mit diesem Ort in Verbindung bringe. So, dann hat mir also dieses Wissen um diese Hausexplosion nicht nur nichts, sondern rein gar nichts gebracht. Wenn man so will „Datenmüll“.
Das tolle an der Sache ist, dass es für wahrscheinlich 99,9% aller „Newskonsumenten“ gilt. Schön zu wissen, aber das nicht wissen dieses Ereignisses hätte mein Leben nicht verändert. Datenmüll halt! Ich hoffe nur Carolin Kebekus hat Unrecht, wenn sie befürchtet, dass mit jedem sinnlosen Wissen evtl. eine Kindheitserinnerung aus dem Kopf fällt. - Blöd ist aber, dass damit ja noch nicht genug ist.
Die meisten dieser „gemeinen“ Journalisten beherrschen es dann noch, aus stinknormalem Datenmüll, hochgradigen Datensondermüll zu produzieren! Wie das? – Nun, zurück zu unserem Unglück. Hier heißt es in der Meldung zur Explosion: „Die Detonation zerstörte das Haus..., der Grund der Explosion wird zur Zeit ermittelt.“ – Klasse, die Behörden ermitteln und der Reporter weiß schon das es eine Detonation war?!? Ich dachte immer Explosion ist so eher der Überbegriff und eine Detonation schon eher definiert und abgegrenzt. Wäre eine Deflagration nicht auch denkbar für die Zerstörung des Hauses gewesen?
Wie dem auch sei, ich hoffe die vermisste Person kann gerettet werden. Ja, oftmals berichtet die Presse: „Die Verunglückten konnten lebend geborgen werden!“ – Lebend geborgen? Ich dachte immer Lebende werden gerettet und nur Tote werden geborgen?! – Hm, Haarspalterei?! Ich war ja schon immer mal gerne ein Mierenneuker, also der niederländische Ameisenficker! – Ist so schön eng!
